Tanzperformance Doppelabend

Das Haus, das wir tragen

“Das Haus, das wir tragen” ist eine zeitgenössische Tanzproduktion mit einer Dauer von etwa 30– 40 Minuten, die sich mit der tieferen Bedeutung des Wortes Zuhause auseinandersetzt.
Für manche Menschen ist ein Zuhause etwas Selbstverständliches: ein stabiler Ort, zu dem man zurückkehren kann, ein vertrauter Raum, in dem sich alltägliche Gesten wiederholen und allmählich ein Gefühl der Zugehörigkeit entsteht. Es ist ein Ort der Gewohnheiten, der Erinnerungen und der Sicherheit.
Für andere Menschen hingegen ist Zuhause etwas, das plötzlich verschwinden kann – Kriege, Naturkatastrophen, erzwungene Migrationen oder einfach die Umstände des Lebens können ein Zuhause in eine ferne Erinnerung, in eine Sehnsucht, in einen unsicheren Ort zum Bleiben oder in eine fortwährende Suche verwandeln.
Diese choreografische Arbeit entsteht aus einer zentralen Frage: Was ist Zuhause, wenn es keinen Ort mehr gibt, zu dem man zurückkehren kann?
Im Verlauf der Aufführung verwandelt sich der Begriff des Zuhauses allmählich. Aus einem physischen Raum wird eine emotionale Erfahrung, eine Erinnerung, eine Beziehung. Manchmal ist Zuhause ein Ort; manchmal wird es zu einer Person, einer Geste oder zu einer Präsenz an unserer Seite.
Im Zentrum der Bühne steht ein rechteckiger Tisch, das einzige szenografische Element der Performance. Der Tisch ist eines der universellsten Symbole für Zuhause: der Ort, an dem
Menschen sich begegnen, gemeinsam essen, diskutieren, feiern, Entscheidungen treffen oder einfach Zeit miteinander teilen.
Während der Choreografie nimmt dieses Objekt verschiedene Bedeutungen an. Manchmal wird es zu einem Zufluchtsort, manchmal zu einer Barriere, manchmal zu einem Treffpunkt oder zu einer Linie der Trennung.
Die Choreografie wird von drei bis vier Tänzer:innen – Giorgia Rei, Pietro Di Salvo und Giulia Russo – interpretiert, die sich durch unterschiedliche choreografische Dynamiken bewegen: intime Soli, relationale Duette und Gruppenmomente, in denen sich der Bühnenraum um die Präsenz des Tisches ausdehnt und wieder zusammenzieht.
Die Choreografie wird von einer originalen musikalischen Komposition begleitet, die eine emotionale und atmosphärische Klanglandschaft schafft. Innerhalb der musikalischen Struktur
rezitiert die Schauspielerin Nina Plagens Auszüge aus theatralen und prosaischen Texten auf Deutsch. Ihre Worte erzählen keine lineare Geschichte, sondern rufen Bilder und Reflexionen
hervor, die mit Erinnerung, Verlust und der Suche nach einem Ort der Zugehörigkeit verbunden sind.
Der Text wird so zu einer subtilen narrativen Präsenz, die die Aufführung wie ein unsichtbarer Faden zwischen den verschiedenen choreografischen Abschnitten verbindet.
“Das Haus, das wir tragen” möchte keine endgültige Antwort auf die Frage geben, was Zuhause ist. Vielmehr lädt die Arbeit das Publikum dazu ein, darüber nachzudenken, wie jeder von uns sein eigenes Gefühl von Zugehörigkeit aufbaut und mit sich trägt.
Vielleicht ist Zuhause am Ende nicht nur ein physischer Ort.
Vielleicht ist es etwas, das wir weiterhin in uns tragen.

(Körper-Zeit-) Erinnerung

(Körper-Zeit-) Erinnerung ist eine zeitgenössische Tanzproduktion, die sich mit dem Verhältnis von Körper, Zeit und Erinnerung auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Erfahrungen, Brüche und kollektive Geschichte im Körper gespeichert sind und durch Bewegung wieder sichtbar werden können.
Die Choreografie bewegt sich zwischen persönlicher Erinnerung und gesellschaftlichem Gedächtnis. Fragmentierte Bewegungssequenzen, Wiederholungen und körperliche Zustände
erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Körper wird dabei nicht nur als Träger von Erinnerung verstanden, sondern als aktives Archiv, das Erinnerungen
transformiert, verzerrt und neu zusammensetzt.
In einem reduzierten Bühnenraum entfaltet sich ein atmosphärisches Zusammenspiel aus Bewegung, Klang und visuellen Elementen. Die Performer*innen durchlaufen Zustände von Nähe und Distanz, Kontrolle und Kontrollverlust, Stille und Ausbruch. Zeit wird nicht linear erzählt, sondern als zirkulärer Prozess erfahrbar gemacht.
(Körper-Zeit-) Erinnerung versteht Tanz als poetische Form der Forschung: als Möglichkeit,
Unsichtbares sichtbar zu machen und individuelle Erfahrungen mit kollektiven Fragen zu verbinden.

Informationen

Do 09.04.2026
Fr 10.04.2026

19.00 Uhr (Einlass)
19.30 Uhr
(Beginn)

12,00 EUR / Person
8,00 EUR (ermäßigt)

Veranstalter: TanzRäume Internationales Tanzfestival gUG

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